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blank VonWalter Benda

Rentenversprechensunsinn: Kann ich mit 30 in Rente?

Nein, in 99,99% der Fälle geht es nicht! Vermutlich in noch weniger Fällen. Daran ändern auch keine Meldungen etwas, die völlig untypische Gegenbeispiele auflisten, wie kürzlich im Focus Money Online, den wir auch die Bild-Zeitung unter den „Fachmagazinen“ nennen…

Ein junges Paar geht mit Anfang 30 in Rente?

Ja, so steht es im Artikel, wo sie eine wundersame 4%-Regel anpreisen

Freut mich für die beiden, denn es ist großartig, wenn jemand sein Glück findet. Gerade in einem Alter, wo man noch was von der Welt und ihrer Erkundung hat! Leider taugt deren Beispiel nicht für die breite Masse, zumal sie Glück hatten sowie extrem gute Startbedingungen.

Aber wie haben die das geschafft?

Focus Money kommt mit der selbsterfundenen „4%-Regel“ und einem Haufen anderen Zahlen-Unsinns, der bestenfalls als halbgar bezeichnet werden kann.

Die Eckdaten der Frührentner

Alter: 32 Jahre, beide

Beruf: Computer-Ingenieure, beide

Startkapital: 500.000 CUD bzw. 339.000€ in 2012 (Sparleistung?)

Kapitalentnahme: 4%, 40.000 CUD bzw. 27.000€

Rentenbarwert (benötigtes Kapital): 1.000.000 CUD bzw. 678.000€ (2014 erreicht)

Rentenart: Ewige Rente

Dynamik der Kapitalentnahme: KEINE!!!!!!!!!

Schwankungsreserve: Keine Angabe

Depotzusammenstellung: 100% ETFs, darunter 40% kanadische Staatsanleihen, 20% kanadische Firmen, 20% US-Aktienfonds, 16% weltweiter ETF, 4% Emerging Marktes

Lebensmittelpunkt: Geo-Arbitrage (Thailand, Mexiko, Polen, Portugal)

Wie funktioniert das?

Gar nicht! Entweder das Paar lügt oder Focus Money, vermutlich beide. Warum? Weil die o. g. Zahlen bereits mathematisch unmöglich sind, die Hintergründe wie Steuern, Produkte, Risiko etc. noch gar nicht berücksichtigt. Dazu ein paar Zahlen…

Rechenfehler 01 – Deren Zahlen ohne Steuern und Dynamik

Selbst mit den Vorgaben aus dem Artikel ist ein höherer Geldbetrag notwendig, nämlich ca. 600.000€, was mehr ist als angespart wurde. Also stimmt etwas nicht! Und dabei habe ich mit 50 Jahren Zeitrente noch für die Kritisierten günstig gerechnet. Als ewige Rente sprechen wir über ein Vielfaches, was erspart werden müsste.

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Rechenfehler 02 – Deren Zahlen mit Steuern ohne Dynamik

Nehmen wir die Kapitalertragssteuer hinzu, werden schon 700.000€ benötigt. Zugegeben, in Kanada kann es vergünstigte Steuer-Lösungen geben. Aber die müssen erwähnt, sowie erklärt werden, um kein falsches Bild zu malen. Alles andere ist Irreführung!

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Rechenfehler 03 – Deren Zahlen ohne Steuern aber mit Dynamik

Ca. 1,05 Millionen Euro brauchen die beiden, um die konstante Geldentwertung zu kontern. Dabei gehe ich nur von 3% Dynamik aus. Da die beiden aber Geo-Arbitrage betreiben, müsste dieser Wert höher angesetzt werden, weil in Take-Off sowie Entwicklungsländern eine stärkere Inflation herrscht. Ist in Boom-Phasen einer jeden Volkswirtschaft so.

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Rechenfehler 04 – Deren Zahlen mit Steuern sowie Dynamik

Wenn richtig gerechnet würde, dann bräuchten die beiden ca. 1,35 Millionen Euro, um ihren Lebensstil zu finanzieren. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was sie angeblich haben und brauchen. Die ganzen Ungereimtheiten bis hierhin seien mal unbeachtlich. Die Zahlen sprechen für sich…

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Gesunder Menschenverstand hätte gereicht…

Selbst ohne mathematisches Verständnis, kann man die o. g. Zahlen in einen Entnahmerechner (z. B. von Zinsen-Berechnen.de) hämmern, um entsprechende Ergebnisse zu sehen.

Ginge es denn, wenn die Zahlen richtig wären?

Wäre die Mathematik korrekt, wäre es theoretisch möglich. Aber dann kommen noch andere Kritiken dazu.

Wie viele Menschen starten mit sechsstelligen Kapitalerträgen, kurz nachdem Sie ins Berufsleben eingestiegen sind? Wo kommt es her? Arbeitseinkommen kann es nicht sein. Und falls doch, wäre der ganze Artikel glatter Beschiss, weil die beiden dann pro Kopf über 100.000€ vom Anfang hätten verdient haben müssten, um nach Steuern und Lebenserhaltungskosten diese Sparleistung zu erbringen. Die absolute Ausnahme!

Wie viele Menschen können binnen fünf Jahren ca. 339.000€ sparen, also Ihr Kapital verdoppeln? Wie soll das risikofrei mit ETFs gehen? Wie viele Menschen, denen das gelingt, können von 2.250€ Brutto vor Steuern im Monat leben? Wovon zahlen sie Miete und Krankenversicherung? Ich wette, dass sie keine Krankenversicherung haben oder bestenfalls nur eine Reisekrankenversicherung. Das ist das „Geheimnis“ von 99% der digitalen Nomaden, die ich auf meinen Weltreisen kennen lerne. Absolut unverantwortlich!

Wie viele Menschen haben den Luxus, dass sie als digitale Nomaden in einem weltweit rar gesäten aber intensiv benötigten Beruf Geo-Arbitrage betreiben können, also Ihr Einkommen in den billigsten Ländern der Welt gehebelt verwenden können? Wie wollen die mit diesem Geld in Kanada oder Deutschland überleben?

Wie viel sind 2.250€ Brutto vor Steuern, Krankenversicherung und Miete denn nach der Inflation wert? Ohne eine mindestens 3% Leistungsdynamik genügt das Geld der beiden nicht mal ansatzweise. Alles wird teurer, was in deren Plänen keine Berücksichtigung findet.

Was passiert bei hohen Schwankungen des Depots? Die beiden müssen Rücklagen haben, um einen Verzehr des Depots zu verhindern. Im Artikel steht nichts davon. Was passiert bei einer Finanzkrise? Wenn Sachen wie 2000, 2008 oder 2014 passieren während laufend Konsum betrieben wird, bricht die Rechnung zusammen.

Wie ist das auf andere übertragbar? Wer hat so gute Startbedingungen? Fast niemand. Und jene, die solche Bedingungen haben, haben ohnehin kein Problem, das sie nicht lösen könnten.

Absoluter Bullshit-Artikel, bei dem der Autor die Unstimmigkeiten hätte erkennen oder zumindest prüfen müssen! Selbst ohne Fachkenntnisse! Denn wer die notwendige Mathematik nicht beherrscht, kann auf online Rechner zugreifen. Ein paar Eingaben sind selbst von einem NRW-Abiturienten zu bewerkstelligen…

Was ist die Lösung?

Es gibt keine Pauschallösung! Da die meisten Leute ein begrenztes Budget haben, müssen diese eine Reserve ansparen, sowie geförderte Vorsorge betreiben.

Für einfaches Ansparen einer Reserve oder auf ein bestimmtes Ziel hin, ist DWS EasyInvesto eine einfache sowie erprobte Lösung, die funktioniert. Das Produkt hat keine Abschlusskosten und ist selbstverwaltend, womit es für die Mehrheit der Leute geeignet ist. Für Laien-Profis gibt es andere Produkt-Lösungen.

Für richtige Altersvorsorge empfehle ich eine gute Beratung! Natürlich kann man früher in den Ruhestand gehen und natürlich sind Renditen von 6-8% möglich. Aber beides nicht ohne große Sparanstrengung, sowie mit einem gesunden Risiko.

Natürlich gibt es auch Lösungen dazwischen, die sind aber individuell zu ermitteln. Für die meisten Leute stellt es schon eine große Sparhürde da, wenn sie ein paar Jahre früher in den Ruhestand möchten. Sich an derartigen Exoten mit unfassbar guten Startbedingungen zu orientieren ist dabei nicht zielführend, denn Luftschlösser verschwinden beim nächsten Unwetter…

Altersvorsorge-Beratung gewünscht?

https://die-finanzpruefer.de/impressum-datenschutz/
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Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) Live-Beispiel

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist mit der Krankenkasse und der Haftpflicht die wichtigste Versicherung! Aber…

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Bilanzneutrale Betriebsrente ohne Anpassungsbedarf

Kompliziert? Schwierig? Risiken? Am Arsch, es geht auch einfacher!

Wie bekomme ich Betriebsrenten finanziert, wenn es schlecht läuft?

Hier liegt der Hase im Pfeffer, denn wenn es gut läuft, dann gibt es keine Probleme. Was aber, wenn Geld fehlt, weil die Firma mies läuft? Oder gar – wie jetzt Thomas Cook – in die Insolvenz geht? Die neue Art der Vertragsgestaltung unseres Partners Deutsche Unterstützungskasse e.V. (kurz DUK) bietet folgende Vorteile. Wir zitieren:

  • von Beginn an stehen die finanziellen Mittel zur Ausfinanzierung der Zusage vollständig zur Verfügung – unabhängig von der zukünftigen wirstschaftlichen Entwicklung des Unternehmen.
  • wann immer es die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zulässt, kann ein weiterer Betrag definiert und ein weiterer Baustein zugesagt werden.
  • der Mitarbeiter erhält seine Betriebsrente unabhängig von seinem weiteren beruflichen Werdegang.

Für wen eignet sich das Konzept?

Theoretisch für jeden. Wir würden es aber nur für Facharbeiter und Führungskräfte empfehlen, weil der Wettkampf dort am schärfsten ist. Gering qualifizierte Kräfte gibt es zu genüge. Die meisten Firmen leben aber von deren Experten, die es in der Firma zu halten gilt. Geld alleine genügt da oft nicht, also die Betriebsrente (oft bAV genannt) als zusätzliches Instrument einsetzen. Hat auch handfeste Vorteile:

Die Lohnerhöhung über eine Betriebsrente ist etwa doppelt so effiziente wie die Barlohnerhöhung!

Formal ist es eine arbeitgeberfinanzierte Zusage, d. h. dem Mitarbeiter kann kommuniziert werden, dass die Firma Geld für ihn in die Hand nimmt. Stimmt auch, nur kostet es die Firma nur halb so viel wie eine Barlohnerhöhung. Wenn der Mitarbeiter freiwillig etwas dazu gibt, sogar noch weniger, so dass man teilweise Mehrwerte im Verhältnis 1:4 generiert!

Als Reaktion auf den Fachkräftemangel finanzieren immer mehr Firmen eine Betriebsrente. Zzt. beträgt die Durchdringung in Deutschland ca. 60%, wobei es sich nach Branchen unterscheidet. Bei Ingenieuren, IT-Betrieben oÄ ist diese höher, weil hier der Wettkampf um Fachkräfte schärfer ist. Klar, einen guten Ingenieur oder Informatiker zu finden ist schwerer als einen Niedriglohnarbeiter zu gewinnen. Wobei es auch für diese Sonderkonzepte gibt!

Es gibt verschiedene Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung (in der Regel in Form einer beitragsorientierte Leistungszusage im Sinne von § 1 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung, BetrAVG), die alle Vor- und Nachteile haben. Wir mögen es simpel, darum via kongruent rückgedeckter Unterstützungskasse, bilanzneutral in einer Sondergestaltung.

Langfristiges Finanzierungsrisiko?

Das Problem bisher war, dass ein heute gedachter Gedanke in der Zukunft angepasst werden musste. Aber mit der Erteilung einer arbeitgeberfinanzierten Versorgungszusage verpflichtet sich das Unternehmen verbindlich den zugesagten Betrag während der gesamten Dauer des Arbeitsverhältnisses des Mitarbeiters aufzuwenden – auch in Jahren, in denen die Gewinnsituation nicht so rosig aussieht. Trotz der Vorteile gab es also ein Restrisiko. Außerdem konnte es sein, dass ausgeschiedene Mitarbeiter Verwaltungsaufwand produzierten, was keiner mag!

Problemlösung via Baustein-Prinzip

Sie können eine arbeitgeberfinanzierte Zusage über die DUK treffen, mit welcher es keine zukünftige Belastung gibt. Dazu müssen drei Schritte durchgeführt werden, wir zitieren:

  • Schritt 1:
    Der Arbeitgeber definiert einen Gesamtbetrag, der die Versorgungszusage ausfinanzieren soll und zahlt diesen komplett auf einem gesonderten Firmenkonto ein, welches an den Mitarbeiter verpfändet wird.
  • Schritt 2:
    Mit Hilfe der entwickelten Versorgungszusage – wir übernehmen die Kosten spezialisierter Rechtsanwälte in vielen Fällen – wird vereinbart, dass die DUK von diesem Konto gleichmäßig verteilt auf die Jahre bis zum Rentenbeginn des Mitarbeiters Gelder zur Ausfinanzierung der Zusage einzieht und in die hierfür abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen überführt – unabhängig davon, ob der Mitarbeiter noch bei dem Unternehmen tätig ist oder nicht.
  • Schritt 3:
    Der Mitarbeiönnenter erhält eine Zusage in Höhe der garantierten Werte der Rückdeckungsversicherung(en), die zur Ausfianzierung ausgewählt wurden und zukünftige Wertentwicklungen bzw. Überschüsse erhöhen seine Zusage.

Das hat eine einfache Folge, dass die Mindesthöhe für den Mitarbeiter schon heute exakt festgestellt wird. Durch den verbindlichen Spar- und Auszahlplan ist dies für den kompletten beruflichen Werdegang gesichert, auch bei Arbeitgeberwechsel, Erwerbsunfähigkeit etc. Und die Firma hat keinen Aufwand mehr!

Was, wenn ich mehr will?

Nach heutigem Stand gilt, dass eine Aufstockung jederzeit bis zur Höhe der Fördergrenzen möglich ist. Auch in der Vergangenheit gab es Bestandssschutz für Altzusagen, weshalb wir davon ausgehen, dass dies so bleiben wird. Aber selbst wenn nicht, die originäre Zusage ist ausfinanziert, ein Restrisiko droht nicht. Wir können auch Portfolios aus verschiedenen Versicherungen oÄ verwalten, d. h. im Zweifel können andere Verträge hinzu genommen oder neu abgeschlossen werden, die aber mit der ursprünglichen Zusage nichts zu tun haben.

Und das Fazit?

Die neue Vertragsgestaltung löst viele Probleme der Vergangenheit auf einen Schlag, die Vorteile aber aufrecht erhaltend. Vereinfacht kann man festhalten, dass das volle Potential einer Betriebsrente ausgeschöpft werden kann das Risiko der zukünftigen finanziellen Verpflichtung entfällt!

Muss es mit der DUK sein oder gingen andere U-Kassen?

Theoretisch ginge es überall, wenn die U-Kasse die technischen Voraussetzungen erfüllt. Wir arbeiten mit verschiedenen Partnern zusammen (z. B. auch die Rosenheimer Unterstützungskasse e.V.), weshalb wir frei in der Auswahl sind.Weitere, beispielhafte Partner sind z. B. die Allianz, Alte Leipziger, AXA, Generali, HDI, WWK, Zurich usw. Sollte Ihr gewünschter Versicherer mal nicht dabei sein, nehmen wir natürlich Kontakt auf.


Beratung gewünscht?

Beratungen zu Betriebsrenten / bAV sind durchaus komplexer. Bitte schreiben Sie uns „nur“ das Stichwort DUK UK, wir würden uns dann besprechen und zwecks Beratung zurück melden. Bitte entschuldigen Sie, dass auch bei einer konkreten Produktanfrage gewisse Standards erfüllt bzw. abgefragt werden müssen.

https://die-finanzpruefer.de/impressum-datenschutz/

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Metallrente – Wer darf mitmachen?

Die Metallrente ist lohnend aber nicht jedem zugänglich. Wir zeigen Ihnen wer darf und wie Sie vielleicht trotzdem reinkommen…
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