[fusion_dropcap class="fusion-content-tb-dropcap"]U[/fusion_dropcap]nd täglich grüßt das Murmeltier! So rate man mal, was mir ein junger Kollege eben via E-Mail zugesandt hat…

Die Allianz Private Krankenversicherungs-AG hat eine neue Courtagezusage versandt

Die Allianz Private Krankenversicherung steht vor einer bedeutenden Veränderung, die für ihre Kunden weitreichende Auswirkungen haben könnte. Es geht um die geplante Provisionsanpassung, die in der Versicherungsbranche schon seit geraumer Zeit für Diskussionen sorgt. Während die Allianz betont, dass diese Anpassung notwendig sei, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Qualität der Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, gibt es berechtigte Bedenken, dass diese Veränderung in Wirklichkeit negative Konsequenzen für die Kunden haben könnte.

Kosten für die Kunden

Eine der Hauptargumente der Allianz für die Provisionsanpassung ist die Reduzierung der Kosten. Dies soll durch eine Senkung der Provisionszahlungen an Vermittler erreicht werden. Auf den ersten Blick mag dies wie eine sinnvolle Maßnahme erscheinen, um die Effizienz zu steigern und die Prämien stabil zu halten. Allerdings könnte dies auch bedeuten, dass Vermittler weniger Anreize haben, sich um die individuellen Bedürfnisse der Kunden zu kümmern. Weniger Beratung und persönliche Unterstützung könnten die Folge sein, was zu einer geringeren Zufriedenheit der Versicherten führen könnte. Langfristig könnten die vermeintlichen Kosteneinsparungen durch den Verlust von Kundentreue und Reputation ausgeglichen werden.

Meinung des Autors zum Kostenargument

Bullshit! Wenn diese Änderung zur Kostensenkung führen würde, müsste diese auf die Tarifprämien erfolgen. Aber die Allianz hat KEINE Prämiensenkungen angekündigt. Im Gegenteil, man hat von Beitragsgarantien gesprochen, was oft eine Vorstufe zu Tarifanpassungen führt. Die Gründe gibt es u. a. beim Sanierungsstau erklärt.

Beitragshöhe und Transparenz

Die Provisionsanpassung sollte auch Auswirkungen auf die Beitragshöhe haben. Während die Allianz betont, dass die Prämien stabil bleiben sollen, besteht die Gefahr, dass eine Reduzierung der Provisionen letztendlich zu höheren Kosten für die Versicherten führen könnte, um die eingesparten Beträge auszugleichen. Es ist wichtig, dass Versicherungsnehmer eine klare Vorstellung davon haben, wie sich die Veränderungen auf ihre Prämien auswirken könnten. Eine mangelnde Transparenz in Bezug auf diese Zusammenhänge könnte das Vertrauen der Kunden in die Versicherung beeinträchtigen.

Meinung des Autors zum Beitrags- und Transparenzargument

Kein Mehrwert für den PKV-Kunden! Als ob die Allianz irgendwem die notwendigen Parameter offenlegen würde, damit die Aussagen geprüft werden können. In 20 Jahren Finanzdienstleistungen habe ich nur erlebt, dass die Provision für den Vermittler gekürzt wird aber der Kunde nichts davon hat. Oder habe ich die Heerscharen von Kunden übersehen, die seit den LV-Reform-Gesetzen sich glücklich über die versicherungsgebundene Altersvorsorge öffentlich in Freudbekundungen ergießen?!

Zudem ergeben sich bei mir Fragen: Wie werden die Kosten umgelegt, denn die max. 990% Abschlusskosten gem. KVAV werden in einigen Fällen überschritten!? Was passiert bei Nichtverbeamtung, sprich GKV-Storno? Welche fiktive Prämie wird zu Grunde gelegt, die heute oder die mit BAP? Und wie wird das bei der Nachvergütung berücksichtigt?

Das System weicht vom Branchenstandard ab und ist nicht einfacher geworden. Oder ich bin doof, wäre ja auch nichts Neues.

Rechne mir das doch bitte jemand fehlerfrei vor, danke! 😉

IDD-Verstoß

Die Europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) legt klare Anforderungen an den Vertrieb von Versicherungsprodukten fest, um die Interessen der Kunden zu schützen. Eine angemessene Beratung, Transparenz und Vermeidung von Interessenkonflikten sind dabei zentrale Aspekte. Die geplante Provisionsanpassung könnte gegen diese Grundsätze verstoßen, insbesondere wenn dadurch Vermittler weniger Anreize haben, eine umfassende und bedarfsorientierte Beratung anzubieten. Dies könnte zu einem Konflikt zwischen den Geschäftsinteressen der Versicherung und den Schutzinteressen der Kunden führen.

Meinung des Autors zur IDD

Verboten, zudem eine Lose-Lose-Situation! Es ist ganz einfach, denn wenn die Provision erhöht wurde, ist es eine unerlaubte, provisionsgesteuerte Vertriebssteuerung. Würde die Provision gesenkt werden, bleiben die o. g. Kritiken bestehen.

Keinesfalls will ich hier die Vermittlungsprovision verteidigen, denn die ist – zumindest meiner Meinung nach – mehr als nur auskömmlich. Aber wenn man mir etwas wegnimmt, ohne dir dafür etwas zu geben, sind wir am Ende beide sauer. Zu Recht, oder nicht?

Wobei, ganz stimmen tut das nicht, denn die Allianz – wie fast alle PKV am Markt – zahlt nicht für schwierige Fälle, die dem Kunden helfen, sondern möchte durch Nicht-Verprovisionierung lieber zur vorvertraglichen Anzeigepflicht verleiten.

Keine Provision für Beamte in der Öffnungsaktion

Keine Provision bzw. Storno bei Sozialtarifen jedweder Art

Ein Bild, das Text, Schrift, Screenshot, weiß enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Hier wäre der Gesetzgeber gefordert. Oder der vermeintliche Verbraucherschutz, denn jedes Jahr bekomme ich mehrere Fälle auf den Tisch, wo genau dieser Umstand zu Falschberatung mit anschließender Kündigung durch die PKV führt…

Gesamtfazit zur Provisionsanpassung der Allianz

Insgesamt ist die Provisionsanpassung der Allianz Private Krankenversicherung eine Entwicklung, die kritisch hinterfragt werden sollte. Während die Versicherung argumentiert, dass diese Maßnahme notwendig sei, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Kosten zu senken, könnten…

… Moment mal, das tut die Allianz nicht! Die Allianz sagt klar, dass sie den Vertrieb ankurbeln will. Per se nichts Schlimmes. Aber dummerweise in Deutschland verboten, wenn dies nur auf Basis von Provision geschieht…