Wie wird die BAP korrekt dargestellt?

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Korrekt ist, dass die BAP in Eurocent ergeht, d. h. die PKV fordert einen konkreten Eurobetrag. Sie können sich vereinfacht vorstellen, dass wenn 100.000 Versicherte Personen künftig 12.000€ mehr Kosten im Jahr verursachen, dann müssen die 12.000€ umgelegt werden. Das geschieht in Euro statt in Prozent, da sonst die Alten Versicherten übermäßig belastet würden. Denn diese haben höhere, absolute Beiträge, weshalb eine prozentuale statt einer Eurocent Verteilung zu unerlaubter, überproportionaler Belastung führen würde. Derartige Benachteiligungen durch altersabhängige Prämien sind aber verboten, obwohl sie verursachergerecht wären. In diesem Beispiel müsste daher jeder Versicherte 120€ mehr im Jahr entrichten, was 10€/Monat wären.

Auch mathematisch ist der Vergleich der BAP in Prozent falsch, denn es führt zur Verzerrung aufgrund des sog. Basiseffekts.1 Dazu ein Beispiel:

Grafik 107 – BAP-Verzerrung durch Basiseffekt (korrekte Darstellung)

Die o. g. Grafik zeigt korrekt an, dass die BAP als ein Eurocent Betrag veranschlagt wird (grüner Beitrag). Das kann man in Prozent umrechnen (roter Prozentwert).

Unseriöse Verkäufer versuchen aus preisgetriebenen Gründen oft junge, unterkalkulierte Billigtarife zu vermitteln. Im Verkauf wird die prozentuale BAP genutzt, weil sie eine Exponentialfunktion darstellt, die den Bestandstarif des Kunden unvorteilhafter wirken lässt! Vom selben Beitrag wie im o. g. Beispiel ausgehend, können Sie in der u. g. Grafik erkennen, dass durch die Verzerrung in Form von Prozentangaben (roter Prozentwert) der Beitrag (schwarzer Wert) unverhältnismäßig hochgerechnet wird.

Grafik 108 – BAP-Verzerrung durch Basiseffekt (falsche Darstellung)

Durch falsche Darstellung der BAP als Exponentialfunktion wird diese auf lange Sicht weit überdurchschnittlich teurer dargestellt, als sie real ergehen wird.

Grafik 109 – BAP-Verzerrung durch Basiseffekt auf 30 Jahre

So soll die Dringlichkeit eines Wechsels suggeriert werden obwohl die Hochrechnung verzerrt wird. Verschärft wird dieses Problem, weil neue Tarife in den ersten Jahren aufgrund des Selektionseffekts idR keine oder nur sehr geringe Beitragsanpassungen haben. Dieser Effekt kann bis zu zehn Jahre andauern,2 bis das Problem offenkundig wird. Jedoch sind auch Selektionsperioden von zehn Jahren und mehr realistisch.3

Die Darstellung der BAP in Prozent wird von fragwürdigen Verkäufern genutzt um Kunden in andere Tarife um zu decken, die optisch besser wirken sollen als sie sind.

Quellenangaben

  1. 2019-10-28 Wikipedia Basiseffekt https://de.wikipedia.org/wiki/Basiseffekt
  2. 2020-01-23 Krankenversicherungsmathematik – Andreas Leckner – S. 63
  3. 2016 Hartmut Milbrodt, Volker Röhrs – Aktuarielle Methoden der deutschen Privaten Krankenversicherung –ISSN 1864-3779 ISBN 978-3-89952-610-3 – S. 240

Autor & PKV Experte

Walter Benda

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