Es wäre schön, wenn dem so wäre! Tatsächlich steigen die Beiträge aufgrund der auslösenden Faktoren nur ungleichmäßig. Schöner wäre es, wie bei der Kasse auch, wenn es jedes Jahr eine leichte Steigerung gäbe. Aber die PKV darf nicht ohne Weiteres jährlich anpassen. Dieses Problem taufte der Autor Sanierungsstau. In der Regel kommen einige Jahre keine Anpassungen, dann folgt eine größere Erhöhung auf einen Schlag. Nervig, jedoch nicht zu ändern. Dabei erwischt es alle Anbieter früher oder später mal stärker, wie Sie 2020 bei der Debeka erkennen konnten1 oder 2021 & 2023 bei der Barmenia oder 2022 bei der SDK usw. usf.
Generell können Vermittler keine konkreten, belastbaren Aussagen zur Beitragsentwicklung treffen, denn viele kritische Rechengrößen sind als Betriebsgeheimnisse klassifiziert und somit nicht zugänglich. Daher ist auf Basis etwaiger Dritt-Werte kein Rückschluss möglich, wie bereits in den Intro-Kapiteln mathematischer Fachbücher erläutert.2 Dazu ein Schaubild, wie sich der Beitrag einer PKV aufteilt.
Grafik 158 – Beitragsaufteilung des PKV-Beitrags3
Die meisten der hier genannten Rechengrößen sind unbekannt! Ein Wert ist obendrein kritisch, die Versicherungsleistungseinsparungen. Wer will schon eine Krankenversicherung, die bei der Leistung spart? Aber Leistungsausgaben und Beitragsstabilität stehen in einem Spannungsverhältnis!
Lediglich die Tendenz einer temporären, tariflichen Unterkalkulation im internen und externen Peer-Group-Vergleich kann erkannt werden. Aber wann und wie hoch angepasst wird, bleibt Kaffeesatzleserei.
Quellenangaben
- 2020-10-26 Die Finanzprüfer – Debeka PKV Beitragsanpassungen bis zu 17% – https://die-finanzpruefer.de/2020/10/26/debeka-pkv-beitragsanpassungen-bis-zu-17/
- 2017 Thorsten Becker – Mathematik der privaten Krankenversicherung – ISBN 978-3-658-16665-6 ISBN 978-3-658-16666-3 (eBook) DOI 10.1007/978-3-658-16666-3 – S. VI-VII
- 2013-09-09 Andreas Leckner – Die Mathematik der Privaten Krankenversicherung – S. 253

