Mythos „Alle Beamten sind da!“ – Groß- & Kumulschäden

Mythos „Alle Beamten sind da!“ – Groß- & Kumulschäden

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Dies soll anhand zweier prominenter Beamtenversicherer erklärt werden. Sind alle Beamten da? Nein! Korrekt ist, dass die Debeka Krankenversicherungsverein a.G. und die DBV Krankenversicherung – Zweigniederlassung der AXA Krankenversicherung AG die beiden größten Beamtenversicherer in Bezug auf ihren PKV-Bestand sind. Aber was sagt das? Schauen wir dazu in den Bestand der Debeka:

Grafik 149 – Versichertenbestand der Debeka gem. Debeka interner Daten1

An dieser Stelle sei kritisch angemerkt, dass die Debeka selbst offenbart, keine sehr umfangreichen PKV-Tarife für Beihilfeversicherte im Bestand zu haben. Dennoch hat sie die meisten Beihilfe-Versicherten. Wenn deren Beihilfe-Versicherten (z. B. Lehrer oder Polizisten) die Debeka als „gutes“ PKVU loben, zeigt dies eine gefährliche Informationsasymmetrie zwischen subjektiver Wahrnehmung gegenüber den harten Fakten. Oder platt: Im Vertrieb wird gelogen! Zudem, welcher Kunde wird schon zugeben eine schlechte Entscheidung getroffen und für sich und seine Familien einen suboptimalen Schutz eingekauft zu haben?

Monokulturen sind weder in der Landwirtschaft noch in der Statistik gut, weil sie anfällig für schwarze Schwäne sowie Krisen sind. Beide Versicherungen haben ein umgangssprachliches Klumpenrisiko, das bei Eintritt eines bestimmten Schadensereignisses ein Kumulrisiko2 darstellt. Beispielsweise würden Leistungskürzungen der Beihilfevorschriften zu gehäuften Schäden des Beihilfeergänzungstarifs führen, die unabhängig voneinander aufgrund des gleichen Ereignisses eintreten! Für Versicherungen gilt: Ein gut durchmischtes Kollektiv wäre zu bevorzugen. Daher machen die o. g. Mono-Kollektive diese Versicherungen nicht gut, höchstens schlechter.

Am stark vereinfachten Beispiel dieser beiden fiktiven Versicherer können Sie ablesen, warum der Anteil von Berufsgruppen (z. B. Beamte) keine Aussage über die Qualität zulässt.

Grafik 150 – Kumulrisiko Beamte

Eine Änderung der Beihilfeerstattungen (z. B. +10% Kosten) würde bei Anbieter prozentual gleich betreffen (+10% auf die Leistungsausgaben). Aber der absolute Ausgleich in Eurocent ist bei Bestand A deutlich schwerer, weil 50% der betroffenen Kunden (Beamte) einen Ausgleich der 50% anderen Kundengruppen (Arbeitnehmer & Selbstständige) benötigen könnten, während es bei Bestand B nur 25% der Kunden einen Ausgleich erforderlich machen könnten, die von 75% der anderen aufgefangen werden könnten. Die gleiche Argumentation könnte für Nachteile bezüglich der Arbeitnehmer bei B geführt werden. Daher ist eine gute Mischung positiver zu bewerten als eine Monokultur.

Unabhängig von der statistischen Komponente, wen interessiert es wo sich andere versichert haben? Es geht um Fakten! Laien können die Qualität von Tarifen nicht beurteilen, denn sie wissen nicht was fehlt oder möglich wäre. Beide o. g. Gesellschaften sind bemüht durch unkomplizierte Erstattung von Bagatellrechnungen ein gutes Bild zu liefern, weshalb die Mehrheit der Versicherten positiv gestimmt ist. Das sagt aber nichts über die Qualität im lebensbedrohlichen Leistungsfall aus. Beide Gesellschaften hatten bis zu ihren Tarifüberarbeitung – die erst vor wenigen Jahren erfolgte – überwiegend schlechte (!) Beamtentarife. Beispielsweise warben beide Versicherungen einst mit Anwärter-Tarifen, die sechs Monatsbeiträge erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung boten, um junge Beamte über den Preis zu ködern. Die Tarife nach der Einstiegszeit waren oft unterdurchschnittlich gut.

Ein Sportwagen und ein LKW sind zwei völlig unterschiedliche Kfz, obgleich beide Menschen transportieren können. Bleiben Sie bei Fakten, nicht bei Scheinargumenten! Nur weil eine Berufsgruppe vermeintlich öfters vertreten ist, handelt es sich nicht um ein Qualitätsmerkmal, sondern eher um ein Klumpenrisiko, dass besonders anfällig für das Änderungsrisiko3 ist. Monokulturen haben ein größeres Schwankungsrisiko, dass durch bessere Bestandsmischungen sowie spezielle Rückstellungen ausgeglichen werden muss!4

Quellenangaben

  1. 2017-05 IGES (im Auftrag der Debeka) – Beitragsentwicklung in der PKV – Studie zur Entwicklung der Beiträge im Bestand und ihren wesentlichen Bestimmungsfaktoren – S. 30
  2. 2018-02-19 Gabler Wirtschaftslexikon – Kumulrisiko https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kumulrisiko-37785/version-261216
  3. 2016-10-02 Hartmut Milbrodt; Volker Röhrs – Aktuarielle Methoden der deutschen Privaten Krankenversicherung – S. 124 (c) Änderungsrisiko – ISBN 978-3-89952-610-3
  4. 2020-05 DAV e. V. Aktuar Aktuell 50 – S. 7 https://aktuar.de/politik-und-presse/aktuar-aktuell/Documents/Aktuar%20Aktuell%20Nr.50.pdf

PKV-Experte Walter Benda

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Versicherungsmakler, Autor, etc. pp.

Ein dufter Typ, der Probleme löst. Der Versicherungs-Jesus. Der Langhaar-Bomber, der notfalls bis zur Detonation kämpft. Aber übers Wasser gehen kann er nicht.

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Walter Benda

Der "Typ", wenn es um die PKV geht!
Das Berater-Vierkantholz mit Vorliebe für Benzin sowie feurige Gespräche...

Ernsthaft: Niemand braucht einen aalglatten Verkäufer. Jeder will einen ehrlichen Berater, oder nicht?
Das Problem ist aber, dass diese Ecken und Kanten haben. Ich bilde da keine Ausnahme, tue aber wenigstens nicht so, als würde ich es jedem rechtmachen (können oder wollen).

Ehrlich gibt es. Schmeckt nur nicht jedem. Leberwursteis gibt es woanders, hier gibt es Honig mit Salzkruste, oder welche Perversion der Kunde - sprich Du - haben möchte.

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