Die Beiträge steigen in beiden Systemen,1 wobei die Ursachen sehr ähnlich sind. Keines der Systeme ist in jedem Szenario besser, auch wenn die PKV tendenziell Vorteile hat. Geht die Kalkulation der PKV mehrheitlich auf, denn steht sie besser als die GKV dar. Wäre die Kalkulation nachhaltig gestört, stünde sie ggf. schlechter dar.
Basierend auf Vergangenheitswerten und aufgrund der konzeptionellen Vorteile – Äquivalenzprinzip mit Rücklagen statt reservefreies Umlageverfahren – ist die PKV – trotz Niedrigzinsphase – das zukunftsstabilere System, zumal sie ohne die Steuer-Zuschüsse auskommt, welche die GKV bekommt. Das wird u. a. durch verschiedene Sensitivitätsanalysen anhand des Standardtarifs geprüft, wo die BaFin über 50 Jahre die Leistungen von GKV und PKV samt Beiträgen gegenüberstellt.
Bei gleicher GKV-Leistung liegt die PKV aufgrund der Rückstellungen preislich nie über dem GKV-Höchstbeitrag. Künftige Verschlechterungen der GKV sind dabei nicht berücksichtigt!2 Das bestätigt sich in der Praxis: Im Jahr 2024 haben nur 0,07% der PKV-Versicherten des PKV-Verbands eine vierstellige Monatsprämie bezahlt, d. h. mehr als 1.000€. Das sind ca. 6.000 Personen bei ca. 8,7 Millionen Versicherten.3 Von einem flächendeckenden Problem oder vermeintlichen Beitragsexplosionen im Rentenalter kann keine Rede sein!
Quellenangaben
- 2016-11-21 Experten Report – Die unmögliche Flucht vor steigenden Beiträgen in der PKV
- 2024-06 BaFin – Beitragsstabilität in der privaten Krankenversicherung – Informationen zur BaFin-Studie https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Anlage/fa_bj_0613_PKV_Beitragsstabilitaet.pdf?__blob=publicationFile&v=2
- https://www.procontra-online.de/krankenversicherung/artikel/ard-podcast-nennt-pkv-armutsrisiko-verband-kontert-mit-fakten

