Kurzversion: Es handelt sich bei zahlenbasierten PKV-Ratings aller Art um Scharlatanerie, die sich auf dem Niveau von Pseudo-Wissenschaften wie der Astrologie (nicht Astronomie) bewegen.
Kennzahlen sind eine Momentaufnahme über die wirtschaftliche Gesamtlage einer PKV, die kaum Aussagen für die Zukunft ermöglichen, zumal die Erstellung, Bewertung & Interpretation nicht einheitlich erfolgt. Dies gilt insbesondere für den internationalen Standard IFRS-17, der sehr große Ermessensspielräume beinhaltet und bestimmte Geschäftsmodelle schwer darstellbar macht.1 Da es keinen einheitlichen Standard gibt, sind bestimmte Kennzahlen stark Fehler anfällig, zumal VUs diese einfach anders berechnen können, um besser dazustehen. Dies gilt besonders für die Kapitalanlagen.2 Daher gilt, dass auf Basis von Kennzahlen keine Auskünfte zu Tarifentwicklungen getroffen werden können!3
Selbst Standardformeln können überholt sein, da sie die Realität nicht widerspiegeln oder aufgrund ihrer pauschalen Vorgaben nicht auf das zu prüfende Unternehmen passen, welches ggf. ein von der Standformel abweichendes Risikoprofil hat.4
Zudem muss die Frage gestattet sein: Wer hat den Prüfer und dessen Bedingungen zur Messlatte auserkoren, dem die qualitative Beurteilung obliegt? Dies geschieht Kraft eigener Arroganz. Eine Bewertung ist subjektiv, weshalb ein Rating sich auf die reine Sichtbarkeit beschränken sollte.5
Quellenangaben
- 2020-04 DAV e. V. Aktuar Aktuell – Ausgabe 49 S. 11 https://aktuar.de/politik-und-presse/aktuar-aktuell/Documents/Aktuar%20Aktuell%20Nr.49.pdf
- 2022-10-07 Infinma – Geschäftsberichte deutscher Lebensversicherer – Infinma 9/2022 S.8-9
- 2020-09 DAV e. V. Aktuar Aktuell – Ausgabe 51 S. 11 https://aktuar.de/politik-und-presse/aktuar-aktuell/Documents/Aktuar%20Aktuell%20Nr.51.pdf
- 2018-03 DAV Aktuar Aktuell – Ausgabe 41 – S. 6 & 7 https://aktuar.de/politik-und-presse/aktuar-aktuell/Documents/Aktuar%20Aktuell%20Nr.41.pdf
- 2025-04-07 infinma news – Die Problematik von Produktratings – Ausgabe 2025-04, S. 3

