Wer oder was ist SLS?

Die Swiss Life Select (ehemals AWD GmbH) ist ein berüchtigter Strukturvertrieb – auch MLM (Multi-Level-Marketing) genannt – aus Hannover, die als Bauchladen alles und jeden bei Finanzdienstleistungen beraten möchte. Versicherungen, Bankgeschäfte, Fonds, Immobilien? Scheißegal, alles aus einer Hand und das auch von Quereinsteigern! Sie ist eine 100% Tochter der auch in Deutschland vertrieblich tätigen Versicherung Swiss Life AG Niederlassung für Deutschland, die ebenfalls Teil der Swiss Life Holding ist. Dass selbst die Homepages vom angeblich neutralen Vertrieb und der Versicherung fast gleich aussehen, muss genau so Zufall sein wie viele andere Ungereimtheiten…

Wie neutral ist SLS?

So neutral wie es die folgenden Rahmenbedingungen zulassen:

Sie müssen dringend einige Fakten überprüfen!

Wie ist die Eigentümerstruktur?

Einst gehörte der damalige AWD dem umstrittenen Verkäufer Carsten Maschmeyer. Umstritten deshalb, weil der AWD zahlreiche Anleger-Skandale erlitten hat. Zehntausende Menschen haben Geld verloren, weil die Schergen des sog. Druckerkönigs skrupellos Anleger abgezockt haben. Für fast eine Milliarde Euro hat der einistige AWD Chef seinen Finanzstrukturvertrieb an die Schweizer Versichererung Swiss Life verkauft, die den AWD kurz darauf in Swiss Life Select umbenannte. Bemühungen der ehemaligen Handelsvertreter wenigstens ein „Best Select“ in den Namen zu bekommen wurden von der Versicherung abgeschmettert. Die Versicherung Swiss Life ist aktiver Produktpartner von Swiss Life Select!

Auf dem Papier ist SLS vermeintlich unabhängig, woran aber berechtigte Zweifel geäußert werden müssen. Auch gibt es nicht unerhebliche personelle Verflechtungen zwischen der Versicherung sowie der Vertriebsleitung der SLS. Gleiches gilt für die vertrauten Freunde Bert Rürup und Walter Riester, welche die Namensgeber der gleichnamigen Rürup-Rente (auch Basisrente genannt) bzw. Riester-Rente sind. Gemeinsame Firmen, etwa zur Unternehmens- oder Politberatung, wurden bereits begründet, als die o. g. Herren noch für die Bundesregierung tätig waren.

Schwierig ist, dass SLS keine eigenen Finanzkennzahlen veröffentlicht, sondern lediglich in der Gesamtbilanz des Konzerns eingebunden ist. Die Probleme im Zusammenhang mit dem Börsengang, der ca. 60% Wertverlust sowie der fragwürdige Ausstieg des ehemaligen Gründers können auf Wikipedia sowie Youtube recherchiert werden. Die Firma befindet sich in 100% Besitz der Swiss Life Deutschland Holding.

Nun gilt in Deutschland der Grundsatz der Unschuldsvermutung „in dubio pro reo“. An der Stelle empfehle ich einfach den gesunden Menschenverstand sowie die Rücksprache mit älteren Markteilnehnerm sowie Ökonomen und Juristen, was derartige Beteiligungsverhältnisse bedeuten. Oder Sie fordern direkt unseren SLS-Vertragscheck an.

Welchen Status hat SLS?

Laut dem IHK Vermittlerregister ist SLS ein Versicherungsvertreter mit Erlaubnis, der auch Bankgeschäfte sowie Immobilien vermittelt. Man spricht auch von Mehrfachagenten oder Mehrfachgeneralagenten. Andere Bezeichnung, gleiche Mogelpackung.

Die Registernummern bei der IHK lauten:

  • D-F-153-S7M5-92 Finanzanlagevermittler
  • D-W-153-3NNJ-08 Immobilienvermittler
  • D-4NZV-RPPMW-25 Versicherungsvermittler

Falls Sie sich jetzt wundern, warum man verschiedene Firmen für die gleiche Tätigkeit benötigt, empfehle ich das Gespräch mit einem kompetenten BWLer. Böse Zungen würde behaupten, dass man eine Trennung zwischen gutem und schlechtem Geschäft vornimmt, weil man sich der Altsünden sowie ihrer Folgen gewahr ist.

Eine Stellungnahme des Konzerns warum man versucht mit Versicherungsmaklern zu kooperieren, jedoch keinesfalls mit ehemaligen SLS-Kollegen, und warum diese Konkurrenz zu den eigenen Vertretern aktiv aufgebaut wird, bleiben der Konzern sowie der Vertrieb schuldig.

Wie neutral sind SLS-Berater?

Es sind Versicherungsvertreter, keine Versicherungsmakler. Obendrein schwierig: Im Innenverhältnis sind die „Berater“ nur Handelsvertreter, d. h. fest eingebundene, selbstständige (!) Vertriebsmitarbeiter – oft euphimistisch Partner genannt – die nicht frei in der Gestaltung der Verträge sowie Produktauswahl sind, weil sie an Vorgaben bzw. Beschränkungen von SLS gebunden sind. Will meinen, dass der SLS Verkäufer (Berater ist hier das falsche Wort!) – dem Kunden gegenüber oft unredlich gegenüber tritt, da er fairerweise darauf hinweisen müsste, dass er eben NICHT ein echter, freier Unternehmer ist, der die Produktauswahl selbst frei bestimmen kann. Dazu ein Zitat aus §84 HGB, wo der relevante Teil fett hervor gehoben ist:

§84 (1) Handelsvertreter ist, wer als selbständiger Gewerbetreibender ständig damit betraut ist, für einen anderen Unternehmer (Unternehmer) Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen. …

Da steht nichts von beraten! Auch bezieht es sich nicht auf das sog. BGH Sachwalterurteil, das für „echte“ Versicherungsmakler gilt!

Viel wichtiger ist die Formulierung „in dessen Namen“. Der Kunde, sprich Sie, gehört nicht dem Berater sondern SLS. Wenn der Berater SLS verlässt, kommt er nicht ohne weiteres an die Daten oder Verträge, da es ihm sein Handelsvertreter-Vertrag im nachvertraglichen Wettbewerbsverbot verbietet. Entweder kann er Sie dann nicht mehr betreuen oder muss unentgeltlich tätig werden, was beides nicht gut für die Geschäftsbeziehung ist. Die Rechtssprechung bestätigt die Gültigkeit solcher Klauseln, entsprechende Verstöße schwer bestrafend.

Die Verkäufer von SLS sind eben KEINE Berater, sondern Kraft Gesetzes nur Vertreter. Gem. §59 II VVG „Begriffsbestimmungen“ sind Sie nicht im Auftrag des Kunden, sondern im Auftrag der Versicherungen tätig. Wer etwas anderes behauptet, lügt und muss dafür haften. So steht es im §59 III S2 VVG. Ich zitiere:

§59 II VVG

(2) Versicherungsvertreter im Sinn dieses Gesetzes ist, wer von einem Versicherer oder einem Versicherungsvertreter damit betraut ist, gewerbsmäßig Versicherungsverträge zu vermitteln oder abzuschließen.

§59 III VVG

(3) Versicherungsmakler im Sinn dieses Gesetzes ist, wer gewerbsmäßig für den Auftraggeber die Vermittlung oder den Abschluss von Versicherungsverträgen übernimmt, ohne von einem Versicherer oder von einem Versicherungsvertreter damit betraut zu sein. Als Versicherungsmakler gilt, wer gegenüber dem Versicherungsnehmer den Anschein erweckt, er erbringe seine Leistungen als Versicherungsmakler nach Satz 1.

Freilich wird das gegenüber dem Kunden anders verkauft. Da werden Listen vorgelegt, mit wem man alles kooperiert. Scheißegal, ob es sich dabei um Tochterfirmen handelt, die anderen Namen und Logos haben, jedoch dem gleichen Konzern angehören. Dass man Vertreter ist und NICHT die Kundeninteressen zu vertreten hat, das wird immer umschrieben, schöngeredet oder gar verschweigen. Warum wohl…

SLS ist ein Strukturvertrieb!

Als Besonderheit gibt es hier aber die sog. Profi-Berater, die nicht im Rahmen der Struktur Mitarbeiteranwerbung betreiben, sondern „nur“ Kunden beraten. Der Großteil meiner Kritiken bezieht sich auf die Strukis (vgl. unten), nicht auf die Profi-Berater. Letztere sind teilweise sogar ganz gut, obwohl deren Produktauswahl sowie der gesetzliche Auftrag eingeschränkt sind. Daher bitte unterscheiden nach Strukis und Profi-Beratern!

Zu den Suchbegriffen Strukturvertrieb finden Sie sehr viel Informationen im Internet, die fast ausschließlich negativ ist. Die positiven Stimmen kommen nur von aktiven Strukis, so der Kosename für die Schergen, die in Strukturvertrieben tätig sind.

Selbstredend streiten Strukis die Nachteile ab, vermeintliche Gründe findend, warum das alles nicht so schlimm sei. Aber das ist schlicht nicht wahr! Jeder gute Berater hat irgendwann eigene Deckungskonzepte, Zugang zu speziellen Gruppenverträge etc. Kein Vermittler kann alles anbieten, aber einer guter Berater sollte zu allem Zugang haben! Und hier ist der Zugang, auch wenn er in Relation sein könnte, beschränkt. Falls Sie nicht sicher sind ob Sie gut beraten wurden, können Sie direkt unseren SLS-Vertragscheck anfordern.

Wie gut ist die Beratung bei SLS?

Das Landgericht Hannover hat am 30.06.2009 geurteilt, dass der AWD (so der damalige Name von SLS) sich NICHT als unabhängig bezeichnen darf. Das Urteil ist rechtskreftig und wurde vom AWD nicht angefochten. Randbemerkung: Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der größte Wettbewerber – der einen noch schlechteren Ruf hat – die Klage erhoben hat.

Dennoch ist die Frage nicht pauschal zu beantworten, denn sie hängt größtenteils vom Berater ab. Ist dieser fair, kompetent sowie ehrlich, kann man auch bei SLS eine halbwegs gute Beratung bekommen. Das ist aufgrund der begrenzten Produktauswahl jedoch ein Zufallstreffer! Aber, und das ist ein großes aber, die Frage ist wie wahrscheinlich das ist? Generell lässt sich sagen, dass ein Junior Consultant weniger kann als ein Senior Consultant, was branchenübergreifend überall gleich ist. Da leitende Angestellte, Akademiker, Unternehmer etc. aber zumeist speziellere Kenntnisse benötigen, höhere fachliche Risiken (in der Tiefe sowie Breite) aufweisen und weniger lineare Karrieren haben, benötigen sie bessere Beratung als der Durchschnitt. Es liegt an der Art der Produktkalkulation, dass frühe Fehler später teuer ausgeglichen werden müssen oder gar nicht korrigiert werden können. Ich zweifle stark an ob ein junger Berater ein HNI (high networth individual), selbst einen Studenten, so vollumfänglich beraten kann wie dieser es braucht ohne dabei etwaige Fallstricke zu übersehen. Selbst mit der Unterstützung von Kollegen wird es schwierig, denn wenn der junge Kollege nicht die nötigen Kenntnisse und eigene Erfahrungen hat, dann bleibt es Theorie aus der Retorte aber ist kein fundiertes Wissen. Das gilt insbesondere für die Quereinsteiger! Die Qualität eines Beraters fragen Sie bei SLS nach den gleichen Kriterien ab wie sonst auch. Es gilt: Mehr ist mehr!

Als advocatus diaboli müsste ich also sagen, dass es bei SLS gute Beratung geben kann. Stimmt ja auch, kann, angenommen der Verkäufer ist aus der Profi-Berater Schiene, fachlich gut, da qualifiziert sowie ehrlich. Die Strukis von SLS sind ausnahmslos auf Euro-Palette gestapelte Analausscheidungen mit fragwürdigem Brennwert! Dies liegt nicht nur an deren geringen Qualifikationen, sondern auch daran, dass fachliche Tiefe mit gleichzeitigem Strukturaufbau zeitlich unmöglich ist. Nicht umsonst gibt es in beiden Fachbereichen in allen erfolgreichen Firmen Spezialisierungen, selbst bei SLS. In keiner seriösen Firma würde der Abteilungsleiter HR auf die Idee kommen gleichzeitig einen auf Abteilungsleiter Produktentwicklung zu machen. Aber in Strukturvertrieben soll das magisch möglich sein…man „schkal-hiert“ ja!

Und im Vergleich zum freien Berater? Warum sollten Sie zu jemandem mit beschränktem Angebot gehen? Eben!

Falls Sie sich fragen was ein guter Berater ist, finden Sie hier eine „kleine“ Übersicht, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Welcher Berater ist für was geeignet?

Welcher Berater ist für was geeignet?

Typische Merkmale zur Beurteilung eines Beraters sind die Berufsqualifikation, die Berufserfahrung, vorherige Stationen etc. Wenn Sie eine qualitativ hochwertige Beratung wünschen, bekommen Sie bei uns Berater, die u. a. als zertifizierte Sachverständige tätig sind.

Worauf muss ich achten?

Eigentlich auf die gleichen Dinge wie überall auch. Aufgrund der besonderen Art der Aquise gibt es bei SLS aber Besonderheiten, die beachtet werden sollten. Oft wird zum Beispiel mit Phrasen gearbeitet, die zwar gut klingen aber keinen sittlichen Mehrwert bringen, seien es rhetorische Taschenspielertricks oder vermeintlich DIN genormte Finanzanalysen.

Diese Absatz befindet sich zzt. in der Revision. Um es leserlich zu halten, empfehle ich die Recherche im Internet, denn Negativpresse gibt es ohne Ende! Selbst bei Wikipedia finden sich diverse Kritiken zu SLS inklusive Quellenangabe.

Zusammengefasst ist SLS ein Finanzdienstleister, an dem Versicherungen beteiligt sind, der von Ihnen Geld bekommt, einen Strukturvertrieb unterhält, zehntausende geschädigte Anleger sowie diverse Kritiken hat. Warum sich dort beraten lassen? Dann lieber gleich eine Beratung von einer skandalfreien Firma anfragen.

Wer sind die bevorzugten Anbieter von SLS?

SLS hat keine eigenen Produkte mehr im Angebot, zumindest nicht direkt. Fragwürdig ist, dass die Swiss Life als Produktpartner vermittelt werden kann, obwohl die Vertreter beteuern, dass es keine finanziellen (oder anderen) Anreize gäbe diese bevorzugt zu verkaufen. Das bin ich nicht bereit zu glauben, denn ich weiß aus meiner eigenen Struki-Zeit, dass es massive Unterschiede im Provisionstableau gibt. Teilweise werden die gleichen Tarife teurer verkauft, wie z. B. die Heidelberger Leben von MLP. Da die Berufsunfähigkeitsversicherung der Swiss Life nicht zur Top-Liga gehört, dürfte das selten vorkommen. Im Rahmen der Altersvorsorge könnte dies jedoch häufiger geschehen, da hier ein paar gute Tarife existieren, die wettbewerbsfähig sind. Aus privaten Gesprächen mit SLS-Vertretern weiß ich, dass man versucht den Anbieter zu vermeiden, um etwaige Interessenkonflikte direkt im Vorfeld zu ersticken.

Verbraucher sind nicht macht- oder chancenlos! Nur weil man in der Vergangenheit einen schlechten Vertrag gekauft hat, muss nicht alles verloren sein. Selbst Stiftung Finanztest empfiehlt teilweise den Widerruf sowie die Rückabwicklung prüfen zu lassen. Wenn Sie mehr wissen möchten, lassen Sie uns den SLS-Vertragscheck machen.

Teilweise werden auch die Deckungskonzepte anderer Versicherungen genommen und als white label unter eigenem Namen verkauft, so z. B. die Haftpflicht Exklusiv der VHV, die unter S.L.P. (Swiss Life Partners). Da dies eine Art von Deckungskonzept darstellt, ist dies grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Grundlegend hat die SLS keine bevorzugten Anbieter. Leider fehlen wichtige Produktpartner, obwohl deren Produktpartnerliste versucht eine hohe „Unabhängigkeit“ zu suggerieren. So kann z. B. im Bereich der Privaten Krankenversicherung nicht alles vermittelt werden. Mit nur 11 Anbietern ist die Auswahl an PKV-Anbieter niedrig! Es fehlen viele gute Anbieter, z. B. die BBKK, DKV, UKV, Hallesche usw., spz. für spezialisierte Berufsgruppen wie Ärzte, Beamte, Rechtsanwälte, Unternehmensberater etc.

Und nun? Um sicher zu gehen, dass keine (versteckten) Interessenkonflikte vorliegen, muss ein neutraler Berater her.

Was sind die Alternativen?

Das hängt stark vom Einzelfall ab! In manchen Fällen können die Verträge einfach in die Betreuung übernommen werden, manchmal sogar bei günstigerer Prämie (z. B. Allianz, AXA, Bayerische, Basler, Janitos oÄ). Manchmal nutzen wir die Sonderkontingente, die wir für SLS-Kunden haben und können bei gleicher Kondition woanders mehr Schutz einkaufen. Für Selbstständige & Freiberufler (z. B. Ingenieure, Steuerberater, Rechtsanwälte) haben wir gesonderte Deckungskonzepte sowie Rahmenverträge. Es gilt die Faustformel: Je besser der SLS-Berater seine Arbeit gemacht hat, umso weniger haben wir zu tun! Aufgrund der Produktbeschränkungen kann er nur meist keine sehr gute Arbeit abliefern.

Natürlich wissen wir um die landläufige Situation, sonst würden wir dieses Beratungsangebot ja nicht feil bieten, uns auf Ihre Anfrage freuend.

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Bitte beachten Sie, dass wir zu einigen MLP-Beratern guten Kontakt pflegen und Mandate von diesen nur nach Rücksprache übernehmen würden. In jedem Fall würden Sie aber vorher informiert, dass keine peinlichen Situationen entstehen.
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